Pochette – Glossar Einstecktuch.com

Diese Wort für "Einstecktuch" zeigt an, woher das klassische Stecktuch sich ursprünglcih entwickelte, nämlich aus dem Taschentuch.

Als zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Adelskreisen in Mode kam, sich nicht mehr in die hohle Hand oder den Hemdsärmel zu schnäuzen, sondern in ein dafür bereitgehaltenes Taschentuch, hielt man das Taschentuch stets in der Hand. Immerhin war es ein Statussymbol und oft reich verziert.

Doch spätestens mit dem Aufkommen des Schnupftabaks wurde dies zum Problem. Denn nach ausgiebigem Schnupfen sah ein Taschentuch nicht mehr wirklich präsentabel aus. Selbst bunte Muster und kräftige Farben konnten die Verschmutzungen kaum noch überdecken. Es war an der Zeit, dass das Tuch aus dem Blickfeld geriet. Eine kleine Tasche, französisch "Pochette", diente zur Aufnahme des Tuches.

Der spätere Gentleman hatte bereits stets ein Tuch, besser noch zwei Tücher, in der Innentasche seines Jacketts verstaut. Das Tuch in der Brusttasche hatte damit seine Funktion verloren, es war Zierrat geworden. Glücklicherweise, denn erst so war es möglich, dass das Einstecktuch vom schlichten Gebrauchsgegenstand aus Leinen zum seidenen Modeaccessoire wurde, ohne das kein festliches Outfit wirklich vollständig ist.