Dresscode für gesellschaftliche Anlässe. White Tie heißt für den stilbewussten Herren: höchste Alarmbereitschaft. Der schwarze Anzug oder der Smoking reichen nicht mehr aus, hier muss es der Frack sein. Natürlich komplett mit speziellem Frackhemd, Frackweste und weißer Fliege. Daher auch die Bezeichnung. "White Tie" heißt soviel wie "weiße Krawatte". Tragen Sie niemals eine schwarze Fliege zum Frack. Sie ist ein Privileg des Oberkellners. Auch farbige oder gar gemusterte Fliegen haben auf einem Event dieser Förmlichkeit nichts mehr verloren. Dazu gehören mindestens schwarze, auf Hochglanz polierte Lackschuhe oder sogar die guten alten Opernpumps, so Sie sie denn noch finden. Während die für Stilinteressierte immer noch die idealen Begleiter zum Frack sind, sind sie heutzutage schwer zu finden und nur in ausgesuchten Fachgeschäften oder über das Internet zu bekommen.
Auch eine Armbanduhr verbietet sich bei so viel Prunk. Wenn Sie eine Uhr tragen, beschränken Sie sich auf eine Taschenuhr, die in der Weste verschwindet.
Nicht mehr als zwingend erachtet werden weiße Ballhandschuhe. Wer allerdings einmal einen White-Tie-Ball nicht nur als an der Seite stehender Zuschauer, sondern auch auf der Tanzfläche erlebt hat, weiß sie dennoch zu schätzen. Denn nichts ist störender, als die Tanzpartnerin mit schweißtriefenden Händen zu umfassen.
Wird es noch förmlicher, wird der Frack auch mit Orden getragen. Also, haben Sie ein Bundesverdienstkreuz, tragen Sie es. Die Ehrennadel vom Brieftaubenzuchtverein ist zwar auch eine Auszeichnung, wird aber vermutlich eher Befremden auslösen. Es versteht sich von selbst, dass man sich nur mit Orden schmückt, die man selbst verliehen bekommen hat - oder im alleräußersten Notfall auch noch vererbt.
Für die Dame heißt "White Tie": das kleine Schwarze reicht nicht, es muss die große Abendrobe sein. Rauschende Ballkleider, elegante Abendgewänder, alles ist erlaubt.