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Fliege

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Der Querbinder hat leider in den letzten hundert Jahren durch den Siegeszug der Krawatte ein wenig an öffentlicher Präsenz eingebüßt. Kaum jemand würde eine Fliege zum Businessanzug tragen. Tagsüber sieht man sie fast nur noch bei Menschen, die eine Krawatte bei der Arbeit stören würde: bei Chemikern, Ingenieuren und Technikern. Auch etwas extravagante Zeitgenossen gehen gerne mit einer Fliege aus dem Haus. Fliegenträgern wird ein sehr eigener Humor nachgesagt.

Die Fliege ist eigentlich eine ideale Halszier. Ihre Wurzeln liegen in der Lavallière, einer Tuchschlingung, die am Hof des Sonnenkönigs Louis XIV. aufkam.

Da die meisten Männer heute im Binden von Fliegen wenig geübt sind, bietet der Markt eine Vielzahl von fertig gebundenen Querbindern an, die am Hals mit einem Haken oder ähnlichem Verschluss befestigt werden. Manche Hersteller nennen inzwischen nur noch diese Exemplare "Fliege" und bezeichnen die klassischen Modelle zum Selbstbinden als "Schleife". Die Form tendiert zu einer breiten, schmetterlingshaft wirkenden Schleife. Die schmale Variante, die sogenannte "Libelle" hat nach einer kurzen Blütezeit in den 70'er Jahren schnell wieder an Bedeutung verloren.

In der Abendgarderobe hat die Fliege ihren festen Platz. Der stilbewusste Mann bindet seine Schleife selbst. Das ist gar nicht so schwer, wie es aussieht. Zum Smoking ist sie klassischerweise schwarz, auch Weinrot ist inzwischen aber ein sehr beliebter Farbton. Zum Frack führt an Weiß kein Weg vorbei.

Veröffentlicht in: Mode-Lexikon F

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