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Manschettenknöpfe - schmückend, aber funktional

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Es gibt vergleichsweise wenig Gelegenheiten, bei denen man als stilbewusster Gentleman noch ein wenig auftrumpfen kann. Schwere Goldketten? Sind ja bekanntlich bei förmlicher Garderobe ein absolutes Unding. Sonstiger Schmuck ist noch problematischer. Und von Unarten wie Krawattenklammern brauchen wir gar nicht zu reden – nun gut, wenn man sie mit Stil drapiert, sehen sie manchmal gar nicht so schlecht aus. Die Armbanduhr muss ohnehin in erster Linie schlicht sein. Wie kann man denn da noch funkeln? Nun ja: mit Manschettenknöpfen.

Das Lexikon definiert den gemeinen Manschettenknopf als Vorrichtung zum Verschließen einer Hemdmanschette. Stilikone Alan Flusser beschreibt ihn als einzige Möglichkeit, als Mann prunkvolle Schmuckstücke zu tragen. In der Tat gibt es kaum einen Anblick im Bereich der Herrenmode, der mit einem Paar wirklich gut ausgesuchter Manschettenknöpfe mithalten könnte.

Die zurückgeschlagene Hemdmanschette ist heutzutage meist festlichen Gelegenheiten vorbehalten. Einst galt sie sogar als Zeichen von Verweichlichung und Feigheit, erst bei den Revolutionären von 1848, dann in studentischen Kreisen. Wer sprichwörtlich „Manschetten hatte“, konnte sich leider nicht duellieren, weil der Ärmel dabei dem Degen im Weg war. Oder er simple Mode über seine Mannesehre zu stellen schien. Da wir heutzutage aber eher weniger mit dem Degen aufeinander einschlagen (wenn auch oft nur in Ermangelung eines solchen), können wir die elegante Umschlagmanschette wieder zu ihrem Recht kommen lassen.

Auch im Geschäftsleben können die kleinen Knöpfe Stil und guten Geschmack ausstrahlen. Allerdings sind sie eine deutliche Spur mehr als der Durchschnitt, was gerade bei Berufseinsteigern und Young Professionals schnell so wirken kann, als wären sie scharf auf einen Vorstandsposten. Dies kann man aber entschärfen, indem man sich für betont schlichte Modelle entscheidet. Kleine Rechtecke aus poliertem Edelstahl sind ebenso geeignet wie farbige Halbedelsteine. Gold? Besser nicht. Vor allem aber keine Dollarzeichen, Comicfiguren oder Facebook-Likebuttons. Klar, die wirken schön modern, wenn man sie durchziehen kann. Aber nicht im Business.

Allerdings sollten Manschettenknöpfe auch wirklich nur zu Hemden mit Umschlagmanschette getragen werden. Die oft gerühmte Kombimanschette ist nichts halbes und nichts ganzes. Es gibt nur eine einzige Ausnahme: den Frack. Dieser hat eine einfache Manschette, die mit Manschettenknöpfen geschlossen wird. Und diese müssen zu allem Überfluss auch noch mit den Hemdenknöpfen (Studs) und Westenknöpfen abgestimmt werden.

Zum Anzug hingegen ist die Stunde der Knöpfe gekommen. Modische Traditionalisten schwören auf Knöpfe, die an beider Seiten geschmückt sind, gerne auch nur durch eine kleine Kette verbunden. Allerdings ist die gängige Variante mit einer Schmuckseite und Mechanik wesentlich leichter durchs Knopfloch zu bekommen. Inzwischen auch relativ beliebt sind die kleinen Stoffknoten, die man bei jedem gute Herrenausstatter bekommt. Ursprünglich waren die nur als Platzhalter gedacht, wenn ein neues Hemd anprobiert wurde. Aber als weniger förmliche Alternative zum Gold- oder Silberknopf entwickelten die Knoten schnell ein modisches Eigenleben.

Allgemein kann man sagen: ist ein Anlass formell genug für eine Krawatte (mit oder ohne Einstecktuch), ist er auch formell genug für Manschettenknöpfe. Wer modisch etwas mutiger ist, kombiniert die edlen Teile auch zu Jeans und offenem Kragen. Das ist schon weniger traditionell. Sieht aber gut aus.

Veröffentlicht in: Mode-Blog

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