Blog navigation

Weg mit der Wintergarderobe

1127 Views

Es wird Frühling. Inzwischen auch kalendarisch. Und während vor wenigen Wochen die Republik noch unter der Last von Temperaturen stöhnte, die man sonst vor allem mit Nordpolexpeditionen oder sibirischen Straflagern in Verbindung gebracht hätte, sieht man nun so manchen schon im Hemd mit locker aufgekrempelten Ärmeln grinsend an seinem Eis knabbern oder Café au Lait auf sein Einstecktuch zu kleckern. Was zweifelsfrei stimmungsaufhellend wird, stellt kleidungsmäßig eine echte Herausforderung dar. Kann man den dicken Wintermantel schon verschwinden lassen? Nun, bis zur nächsten Saison vermutlich. Wenn er ein eher klassisch geschnittenes Modell ist, wird er dann immer noch bestens einsetzbar sein. Allerdings nur mit ein wenig Pflege.

Solange man den Mantel mehrere Stunden am Tag trägt, hat er kaum Zeit, unschöne Falten zu entwickeln. Wenn er unbenutzt im Schrank hängt, sieht die Sache schon wieder anders aus. Und auch wenn im Schrank noch so wenig Platz ist: ein Kleiderbügel ist ein absolutes Muss. Und zwar nicht das dünne Drahtgestell, dass Sie in der Reinigung mitbekommen haben. Sondern ein solider, möglichst breiter Bügel aus Holz. Spezielle Mantelbügel haben etwas breitere Schultern und halten das gute Stück damit noch besser in Form.

Das alles hilft aber nichts, wenn man ein Kilo Kleingeld in den Taschen lässt. Die hängen dann nämlich massiv durch und ruinieren die gesamte Silhouette des Kleidungsstücks. Zudem ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, den Mantel doch einmal in die Reinigung zu bringen. Das sollte man zwar nicht zu oft tun (Trockenreinigung ist der Lebensdauer der Fasern nicht gerade förderlich), aber wer jetzt denkt, die paar Flecken hätten bis zum nächsten Spätherbst Zeit, wird oft feststellen müssen, dass sich der Dreck tief in das Gewebe eingefressen hat. Also: Taschen leeren, Reinigung, aufhängen und vielleicht noch mit einem luftdurchlässigen Kleidersack gegen Staub und Motten schützen. Finger weg von den billigen Schutzhüllen aus dem Schnäppchenladen. Die sind meist nicht besonders atmungsaktiv. Und setzt sich darin erst einmal Feuchtigkeit fest, kann es die ganze Wintersaison dauern, bis Sie endlich den Modergeruch aus dem Mantelstoff kriegen.

Auch die dicken Pullover brauchen Sie vermutlich eher weniger. Auch hier heißt es: niemals dreckige Kleidung weglegen. Was jetzt noch nur ein lästiger Fleck ist, kann sich bis zum Jahresende schon fest mit der Faser verbunden haben. Und Sie wollen ja nicht Ihren gute Kaschmir-Pullover im Herbst entsorgen, nur weil Sie jetzt zu faul waren, den Curryketchup vom letzten Imbissbuden-Trip wegzuwischen, oder? Im Gegensatz zu Mänteln sollten Sie Pullover auf gar keinen Fall aufhängen, Sie geraten schnell außer Form. Voluminöse Pullover lassen sich hervorragend in jenen Vakuum-Taschen aufbewahren, die es eigens zu diesem Zweck in großer Auswahl gibt. Denn luftleer ist der Pullover auf einmal nur noch halb so dick.

Natürlich können Sie den großen Kehraus auch auf Accessoires anwenden. Die Zeit der dunklen Braun- und Grüntöne in den Krawatten ist für dieses Jahr vorbei. Am besten rollen Sie sie locker auf. Hängende Einlagerung hat sich hier weniger bewährt.

Wenn Sie nun etwas Platz übrig haben und Ordnung im Schrank schaffen wollen, können Sie die Winterkleidung gut auslagern. In einen weiteren, weniger genutzten Schrank, vielleicht. Oder gar in den Keller. Wenn der einigermaßen sauber und trocken ist, spricht nichts dagegen. Wichtig ist nur eines. Ihren Kleiderschrank öffnen Sie mehrmals täglich, einen Zweitschrank im Keller nicht unbedingt. Denken Sie an Mottenschutz. Denn für die gefräßigen Biester ist so viel ungelüftete Kleidung auf einem Haufen ein wahres Festmahl. Wenn Sie sich statt der chemischen Keule für ein dezentes Duftkissen in Zeder oder Lavendel entscheiden, hat das zudem den Vorteil, dass Ihre Winterkleidung auch noch gut riecht, wenn Sie sie wieder hervorkramen müssen. Denn der nächste Winter kommt bestimmt.

Veröffentlicht in: Mode-Blog

Passende Produkte