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Dresscode für Kreative

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Sinn und Zweck vieler Dresscodes ist es, möglichst wenig aufzufallen. Der dunkelgraue Anzug mit dezenter Krawatte und weißem Hemd ist geradezu zur Uniform geworden. Er wirkt professionell, seriös und vertrauenswürdig. Leider auch wenig innovativ.

Das ist eine gute Sache, wenn Sie vor allem mit großen Geldbeträgen jonglieren und Kunden beraten. Lässiger kommen die diversen Varianten des Business Casual daher. Selbst die einstmals völlig verbotenen Jeans können im Büro inzwischen eine gute Figur machen, vorausgesetzt sie werden mit dezenten Hemden kombiniert. Zwischen lockerer Arbeitskluft und fast förmlichem Smart Casual liegen Welten, und so sollten Sie eigentlich ohne all zu viele Schwierigkeiten Ihre Nische finden können.

Problematisch wird, die Lage nur, wenn Sie in einem kreativen Beruf tätig sind. Es muss ja gar nicht mal unbedingt gleich Rockstar oder Bildhauer sein. Grafiker oder Werbetexter reicht schon. Denn auch hier wird von Ihnen schon in erster Linie Kreativität erwartet, nicht Seriosität. Eine leichte Auffälligkeit und ein wenig Nonkonformismus sind hier nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich. Denn schließlich wollen Sie ja in Ihrem kreativen Potential ernst genommen werden. Da wäre oft eine Büro-Uniform eher hinderlich. Nur: auch die alte Jeans-T-Shirt-Kombi hilft Ihnen auch nicht weiter.

Nun kann man es sich natürlich einfach machen und versuchen, jedem neuen Trend zu folgen. Nur die neuesten Kleidungsstücke, und immer so ausgefallen und hochmodern wie möglich. Das hat aber einen gigantischen Nachteil. Sie brauchen alle paar Monate eine komplett neue Garderobe. Und die können Sie sich vermutlich als Künstler nur sehr eingeschränkt leisten. Der Trick ist also eher einerseits auf der klassischen Seite zu bleiben, andererseits aber damit aufzufallen.

Auch im kreativen Bereich spricht nichts gegen einen soliden dunklen Anzug. Er muss ja nicht immer als Anzug getragen werden. Ein Anzugjackett zu Jeans und einem schlichten Businesshemd ist eine ruhige, klassische Kombination, wenn Sie eine Präsentation vortragen oder Verhandlungen führen. Wichtig ist nur, dass Sie nie uniformiert aussehen.

Im Winter das ideale Kleidungsstück: der gute alte schwarze Rollkragenpullover. Er ist ein Klassiker der Herrenmode. Zum Anzug getragen hoch elegant, zum Sport- oder Tweedsakko lässig, zur Jeans warm. Wenn Sie Ihrem Farbgefühl trauen, können Sie auch Rollkrägen in anderen Farbtönen wählen, um etwa einen Anzug aufzulockern. Herbert von Karajan beispielsweise dirigierte im weißen Rollkragenshirt – und das zum Frack.

Auch sonst können Sie Ihr Outfit ein wenig aufpolieren. Halten Sie sich im Großen und Ganzen an dezentes Smart Casual, aber inszenieren Sie es mit Details. Ein V-Kragen-Pullover? Warum nicht. Gerne mit einem bunten Krawattenschal. Ein Sportsakko? Perfekt, insbesondere ohne Krawatte, aber dafür mit auffälligem Einstecktuch. Und wenn es nur die Gürtelschnalle sein sollte. Egal, wie konservativ Ihr Outfit auch immer sein mag, mindestens ein Eyecatcher sollte dabei sein.

Auf Empfängen oder festlichen Gelegenheiten haben Sie es noch einfacher. Denn von all den Anzugträgern um Sie herum, die nur nicht auffallen wollen, unterscheidet Sie eines: Sie möchten sich ja gerade abheben. Und so darf Ihre Krawatte auch schon mal leuchtend pink sein, Ihr Jackett eine Spur unorthodox und das Hemd farbig. Hauptsache, der Gesamteindruck stimmt. Setzen Sie ruhig auf Farbe, aber balancieren Sie sie immer mit einem starken Ton wie Weiß oder Schwarz aus.

Und: auch wenn Sie sich an obige Ratschläge halten und einen dunkelgrauen Anzug Ihr eigen nennen: Mit einer konservativ gestreiften Businesskrawatte und einem dezent hellblauen Hemd ist er Ihr stilistisches Ende. Weichen Sie ab. Rebellieren Sie. Aber nicht so, als hätten Sie morgens nichts zum Anziehen gefunden.

Veröffentlicht in: Mode-Blog

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