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Kaschmir als Tuch?

Kaschmir ist eine extrem feine Wolle, die außerdem auch noch sehr weich ist und sich daher angenehm trägt. Gewonnen wird sie nicht durch Schur, sondern durch Auskämmen des Fells der Kaschmirziege. Nur etwa 150 Gramm pro Tier lassen sich als Ertrag erzielen. Diese edle Faser liegt einschmeichelnd auf der Haut, kratzt nicht und wärmt. Daher ist Kaschmir extrem beliebt für Pullover, Schals und ähnliche Kleidungsstücke.

Da es sich um eine sehr teure Naturfaser handelt, wird sie meist mit anderen Wollarten gemischt. Bei hochwertigen Pullovern ist dies meist Merinowolle, bei eleganteren Designs manchmal auch Seide. Ein Blick auf das Etikett kann sich lohnen: teils enthält ein Kaschmirpullover gerade einmal zehn Prozent Kaschmirfasern, ohne dass dies gesondert angegeben wäre. Das ist auch nicht weiter tragisch, denn schon diese vergleichsweise geringe Beimischung ergibt das typische "Kaschmir-Feeling", das sich anfühlt wie ein Streicheln auf der Haut.

Etwas überraschend ist allerdings, dass neuerdings auch Einstecktücher aus diesem Material produziert werden. Denn ein Einstecktuch hat keinen direkten Körperkontakt, es kann also weder kratzen, noch muss es sich besonders gut anfühlen. Zudem ist die Kaschmirwolle relativ matt. Wollstoffe würde sonst wohl kaum jemand zu Einstecktüchern verarbeiten. Also scheint hier ein wenig der Reiz des Mythos Kaschmir mit hineinzuspielen. Zudem wird die Kaschmirwolle hier oft nicht mit Seide verarbeitet (wie es bei einem Einstecktuch zu erwarten wäre), sondern mit Beimischungen von Viskose oder Synthetikgeweben.

Und doch: Manche Designs können durchaus elegant wirken. Denn ein mattes Einstecktuch ohne den sonst üblichen Glanz setzt eigene Akzente. Im Normalfall dürfte aber Seide die bessere Wahl sein. Wenn Sie den sanften Glanz von farbiger Seide nicht mögen, können Sie es immer noch ganz puristisch mit einem schlichten weißen Tuch aus Leinen versuchen.