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Krawatte

Manchmal als "Kulturstrick" oder gar "Bankergalgen" geschmäht, hat sich die Herrenkrawatte doch seit ihrem Aufkommen fest als Bestandteil der Herrengarderobe gehalten. Das kann daran liegen, dass sie das einzige noch verbliebene Kleidungsstück für den Mann ist, dass keine andere Aufgabe hat als gut auszusehen.

Von kroatischen Söldnern an den Hof des berüchtigten Sonnenkönigs gebracht, verbreitete sich die Krawatte schnell über die ganze Welt. Doch schon die Römer und vermutlich auch die alten Chinesen kannten Varianten, die unserer Krawatte recht ähnlich sehen.

Der heute übliche Schnitt des Langbinders wurde allerdings erst in den 1920'er Jahren in New York entwickelt. Der Schneider Jesse Langsdorf war es leid, dass sich der Stoff seiner zugeschnittenen Krawatten immer verdrehte. Er führte daher den noch heute verwendeten Zuschnitt im 45-Grad-Winkel zur Webrichtung ein.

Gebunden wird das gute Stück stets unter dem Hemdkragen - dem geschlossenen Hemdkragen, das kann nicht oft genug betont werden. Viel zu oft sieht man die Unsitte, einen zu engen Kragen offen zu lassen und ihn statt dessen mit der Krawatte notdürftig fest zu schnüren.

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Krawattenknoten. Nur etwa fünf bis sechs sind wirklich gängig. Ungeachtet dessen binden viele Männer allerdings immer den selben Knoten - langweilig, denn ein ungewöhnlicher Krawattenknoten kann den Hemdkragen zu einem echten Blickfang machen.

Die Wahl der richtigen Krawatte ist für ein ausgewogenes Outfit von enormer Bedeutung. Sie muss nicht nur zu der sonstigen Kleidung, sondern auch zum Anlass passen. So haben sich in der klassischen Geschäftsgarderobe Streifen eingebürgert. Paisleymuster gelten als eher sportlich, einfarbige Krawatten als modern. Zum förmlichen schwarzen Anzug bei Festempfang oder Opernpremiere passt am besten ein dezent silbergrauer Binder.

Passend zur Krawatte kombinieren Sie auch das Einstecktuch. Es sollte die Farbe der Krawatte aufnehmen, aber nicht unbedingt das Muster. Wahre Stilprofis schaffen es manchmal zwar, Einstecktücher auf die Farbe ihrer Fingernägel oder Schnürsenkel abzustimmen, aber derart kühne Kombinationen gelingen nur wenigen, ohne lächerlich auszusehen.



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